Brennende Städte : Die Nazis und der 23. Februar

Hier findet ihr einen Artikel aus dem Rotes Blättle – Zeitung der DKP Mühlacker/Enzkreis 1/10. Wir finden ihr interessant und möchten ihn euch deshalb zugänglich machen:

Seit Jahren führt der Neonaziverein “Freundeskreis ein Herz für Deutschland” am 23. Februar in Pforzheim einen Fackelmarsch zum Gedenken an die Opfer des, von ihnen so bezeichneten, “alliierten Bombenterrors” durch. Nicht nur in Pforzheim, auch in anderen Städten wie Dresden nutzen die Neonazis das Gedenken an die Opfer alliierter Luftangriffe für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda. Die deutschen Faschisten haben einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen, dem mehr Menschen zum Opfer gefallen sind als allen anderen von Menschen verursachten geschichtlichen Ereignissen zuvor. Insgesamt hat der zweite Weltkrieg schätzungsweise 55 Millionen Menschen den Tod gebracht. Die ersten Bombardierungen dicht besiedelter Städte wurden von deutscher Seite durchgeführt. Bei den Angriffen auf britische Städte wie London, Birmingham, Coventry und Glasgow 1940 und ́41 befahl Hitler, gezielt die Zivilbevölkerung in den Stadtzentren zu bombardieren. Die Städte sollten „ausradiert“ werden. Ende 1940 begannen die britische und die US-Luftwaffe mit der Bombardierung deutscher Städte. Dresden, Essen, Würzburg wurden bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Pforzheim traf es besonders hart, unglaubliche 98 % des Stadtgebietes wurden zerstört. 17600 Menschen starben. Die Alliierten begründeten die Luftangriffe u.a. damit, die Menschen zum Aufstand gegen die Nazis bewegen zu wollen. Doch die Deutschen stürzten Hitler nicht, obwohl er weiter Hunderttausende in einen längst verlorenen Krieg schickte und noch in den letzten Kriegstagen täglich Deserteure und Zwangsarbeiter ermorden ließ. Trotz unserer Anerkennung der Verdienste der Alliierten um die Befreiung Deutschlands können wir als Kommunisten die gezielte Vernichtung der Zivilbevölkerung nicht akzeptieren. Bei dieser Kritik allein stehen zu bleiben bringt uns aber nicht weiter. Es ist die Aufgabe von uns Nachgeborenen die waren Verursacher dieses Krieges und seiner Folgen zu benennen und eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern. Die deutschen Faschisten haben einen Krieg begonnen der Opfer auf allen Seiten gebracht hat. Auch auf Seiten der deutschen Zivilbevölkerung. Es muss aber auch festgehalten werden, das diese
Bevölkerung es nicht geschafft hat sich selbst aus der faschistischen Diktatur zu befreien, diese zum Teil sogar mitgetragen hat. Die deutsche Bevölkerung, und die der von den Nazis okkupierten Ländern, die Insassen der KZ und der Zuchthäuser, die versteckten Juden und die neugeborenen behinderten Kinder – und alle anderen Opfer der Unterdrückung durch die Nazis- konnten nur durch die Befreiung durch die Alliierten gerettet werden. Die schmerzlichen Erinnerungen an den 23. Februar 1945 sollten uns heute und für immer darin erinnern für Frieden und Völkerfreundschaft einzustehen und jedem Nazi entgegenzutreten der es wagt dieses Gedenken für seine Zwecke zu missbrauchen.